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Biographie
1956 wurde ich als Sohn italienischer Eltern in der Schweiz geboren. Seit ich denken kann, fühlte ich mich zu Pferden hingezogen. Als Sohn von Emigrierten konnte ich meine diesbezüglichen Wünsche aber nicht verwirklichen. Dafür spielte ich mit Leidenschaft Fussball.
Ich war 22, als ich mit einer Freundin das erste Pferd teilte. Drei Jahre später kam ich in den Besitz eines Maultiers. Die spezielle und schwierige Art von Muli-Maxi-Williams beeinflusste meinen zukünftigen Weg wesentlich. Mit 30 hängte ich die Fussballschuhe an den Nagel und widmete meine Freizeit vorwiegend den Pferden und dem Westernreiten. Vieles brachte ich mir selber bei, oft kam ich aber auch an meine Grenzen. Dann suchte ich Rat und Hilfe bei verschiedensten Pferdeausbildnern. Auch heute pflege ich den Kontakt zu Pferdefachleuten aus unterschiedlichsten Stilrichtungen.
Wie eng die Beziehung zwischen Mensch und Pferd sein kann, zeigte mir der Partbred-Araber Generoso. Leider konnte ich nicht lange mit ihm arbeiten: Durch tragische Umstände verlor ich ihn schon nach kurzer Zeit. Das tiefe Erlebnis der Verbindung mit ihm prägte meine Arbeit mit Pferden jedoch nachhaltig.
1987 erwarb ich den Vollblutaraber El Aswan. Schon seit 19 Jahren ist er mir nun ein wertvoller Lehrmeister. Mit ihm errang ich zahlreiche Platzierungen und Siege im Westernreiten (Trail, Westernriding, Superhorse etc.), mit ihm lernte ich auch, mit Pferden zu fahren.
Als ich 1992 das erste Mal mit der Freiheitsdressurausbildung in Kontakt kam, öffnete sich für mich eine neue Welt. Verborgene Träume wurden geweckt. El Aswan weigerte sich allerdings zuerst, bei den Zirkuslektionen mitzumachen, und so war ich gezwungen, das Gelernte zu hinterfragen. Ich nahm die verschiedensten Methoden unter die Lupe und entwickelte aus allem Erlernten meinen eigenen Weg. Bei der Umsetzung meiner Ideen verschwanden El Aswans Misstrauen und Unbehagen im Training; er begann freudig mitzuarbeiten.
Seine neuen Fähigkeiten konnte ich zusammen mit meiner Frau Yvonne, die die Clownerie liebt, zu einer Shownummer ausbauen. Darin machten auch unsere Tochter und unsere Pflegekinder mit. Mit "Pferd und Clowns", unserer ersten Show, hatten wir 1993 den ersten öffentlichen Auftritt.
Im selben Jahr wurde ich zum ersten Mal Schweizer Meister im Westernriding. Gleichzeitig kamen die ersten Anfragen, ob ich Kurse im Westernreiten und in Freiheitsdressur geben würde. Da ich aber schon immer sehr hohe Ansprüche an meine Arbeit gestellt hatte, wollte ich damit nicht zu früh anfangen. Meine ersten Kurse bot ich erst 1997 an.
Mit jedem Jahr wurde die Nachfrage nach Freiheitdsdressurauftritten grösser. Offenbar hatte sich unser Name herumgesprochen. Zudem wurde ich angefragt, ein Buch über Freiheitsdressur zu schreiben. Ich willigte ein, und nach vielen neuen Erfahrungen erschien mein Buch „Freiheitsdressur und Zirkuslektionen“ 2001 im Cadmos Verlag.
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Freiheitsdressur und Zirkuslektionen. Eine Anleitung für Freizeitreiter.
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Mein beruflicher Werdegang führte über verschiedene Tätigkeitsbereiche (Metallveredlung, Gartenbau, Krankenpflege) in die Sozialpädagogik. Heute leite ich mit meiner Frau eine Sozialpädagogische Familie. Doch nach und nach werden unsere Verpflichtungen kleiner, und ich finde neben dem Beruf genügend Zeit für die Arbeit mit Pferden. So kann mich nun immer intensiver meiner grossen Leidenschaft zuwenden.
Philosophie
Wenn ich mit einem Pferd arbeite, geschieht dies im Zeichen einer Partnerschaft. In einer guten Partnerschaft hat jeder seine Position und seine Aufgaben. Meine Aufgabe in der Mensch-Pferd Beziehung besteht darin, die Verantwortung für das Pferd zu übernehmen. Dem Pferd ist es unmöglich, in unserem Umfeld alleine zurechtzukommen. Daher muss ich mich erstens um einen artgerechten Lebensraum, zweitens um die entsprechende Pflege und Ernährung kümmern und drittens ich muss sicherstellen, dass das Pferd sein Bedürfnis nach Bewegung befriedigen kann.
Ausserdem muss ich die führende Rolle übernehmen. Das Pferd ist von seiner Natur aus gewohnt, zu führen oder geführt zu werden. Und zum Führen gehört sowohl das Bestimmen als auch das Beschützen!
Das bedeutet, dass ich dem Pferd so viel Sicherheit vermitteln muss, dass es sich bei Gefahr hinter mich stellt und mich gewissermassen vorausschickt. Wenn es mir gelingt, diese Rolle zu übernehmen, kann das Pferd in meiner Anwesenheit Ruhe bewahren und dadurch die Signale, die für unsere Zusammensein wichtig sind, überhaupt wahrnehmen.
Es ist unabdingbar, dass ich ein wohlwollender, überlegter und konsequenter Führer bin. Ich habe ein Pferd als Partner und dies erfordert spezifische Beachtung. Versteht mich mein Pferd nämlich nicht oder macht es eine Übung falsch, so ist es meine Aufgabe, nach Lösungswegen zu suchen. Das Pferd überlegt sich nicht von sich aus, was der Mensch von ihm will. Nur mit viel konsequenter Arbeit, bei der ich das Wesen der Pferde und die individuelle Art des einzelnen Tieres berücksichtige, kann ich es für mich gewinnen. Dann wird es versuchen, mitzudenken und herauszufinden, was ich von ihm will. Um dies zu erreichen, verzichte ich auf Gewalt, Bestrafung oder Demütigung. Partnerschaft mit Pferden wird über Belohnen von erwünschten und kurzes Ignorieren von unerwünschten Handlungen aufgebaut. Nachtragend sein oder der Vorwurf, das Pferd habe einen Fehler mit Absicht gemacht, haben meines Erachtens bei der Partnerschaft und Umgang mit Pferden nichts zu suchen.
In den letzten Jahren wurden in der Pferdeausbildung Methoden entwickelt, bei denen die Pferde "gefragt" werden, ob sie sich den Menschen, die mit ihnen arbeiten, anschliessen wollen. Meiner Ansicht nach ist dies ein irreführender Ausdruck, denn das, was wir tun, hat nichts mit fragen zu tun. Nein, wir nützen doch unser Wissen und unsere Intelligenz so aus, dass wir die Pferde mit diesen Methoden dazu bringen, sich uns anzuschliessen. Kein Pferd würde sich für uns entscheiden, wenn ein freies, artgerechtes Leben die Alternative wäre. Aber alle Pferde entscheiden sich für uns, wenn sie bei uns Schutz und Sicherheit bekommen und auf diese Weise dem Stress und der Einsamkeit entweichen können.
Der richtige Umgang mit Pferden muss von Grund auf gelernt werden. Jeder braucht dabei Hilfe und Begleitung. Es ist an uns, möglichst umfassende Informationen über unseren Partner Pferd zu sammeln. Je mehr Wissen und Erfahrungen wir haben, desto sicherer werden wir. Der Umgang mit unserem Pferd wird dadurch immer vertrauensvoller und dies ist das Ziel einer jeden Partnerschaft!
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